Die “faulen Griechen” antigriechische Hetze in Deutschland – Teil 1

Die Griechenlandlügen – Proteste für ein anderes System!
Jeden Tag können wir über den Sozialabbau in Griechenland lesen, unsere Medien versuchen ihn schön zu reden oder als berechtigt darzustellen, die Bedürfnisse und die Situation der Menschen in Griechenland,  wird gänzlich missachtet. Wir haben uns die Mühe gemacht und versucht einige Behauptungen, die von der deutschen Politik oder den Medien, über Griechenland verbreitet werden, als Lüge zu entlarven.
Ob nun Spiegel, Zeit oder Bildzeitung, sie alle behaupten, dass “die Griechen” zu wenig arbeiten würden und zuviel Urlaub hätten, eine Behauptung, die mit der Wirklichkeit nichts gemein hat. Die Bild, die meistgelesene Tageszeitung in Deutschland, behauptete am 5.3.10:
“Deutschland hat zwar auch hohe Schulden- aber wir können sie auch begleichen. Weil wir morgens ziemlich früh aufstehen und den ganzen Tag arbeiten.”  Andere Zeitungen und PolitikerInnen behaupten, dass die Arbeitszeiten zu kurz sein.
Arbeitslosigkeit und Faulheit
Die Aussage, dass die Griechen zu wenig arbeiten, wurde sogar schon von deutschen Zeitungen als Lüge entlarvt. So schrieb das Handelsblatt, einen Tag bevor der Artikel der Bild erschien, einen Bericht über die tatsächliche Arbeitszeit. Laut Eurostat, dem Statistikinistut, auf das sich das Handelsblatt bezieht, arbeiten die Menschen in Griechenland 44,3 Stunden, in Deutschland waren es 41 Stunden und im EU-Durchschnitt 41,7 Stunden. (Abzüglich Mittagspause)

Urlaubstage in Europa
Die Griechen arbeiten also nicht zu wenig, sie arbeiten deutlich mehr als die Menschen in Deutschland, die Ursache der Krise kann also nicht durch mangelnde Arbeitszeit erklärt werden, auch wenn versucht wird dieses Argument vorzuschieben. Viele PolitikerInnen scheinen inzwischen von der Behauptung abzurücken und nutzen stattdessen das Argument: “Die Griechen machen zu viel Urlaub!”
Eine Behauptung, die von der EU-Agentur Eurofound mehr als deutlich widerlegt wird. So hatten griechische Arbeitnehmer vor der Krise durchschnittlich einen Urlaubsanspruch von 23 Tagen im Jahr. ArbeitnehmerInnen in Deutschland konnten sich dagegen über 30 Urlaubstage freuen. Nur die Dänen und Schweden können sich über ähnlich viel Urlaub freuen Land der EU erreicht wird!
“Wir können nicht eine Währung haben, und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig», sagte Bundeskanzlerin
Angela Merkel Mitte Mai 2011, eine Behauptung, die vor allem dazu diente die deutschen ArbeiterInnen gegen die Griechen aufzuhetzen. Die deutschen ArbeiterInnen sollten dafür kämpfen, dass die Griechen mehr Urlaub erhalten und nicht die Argumentation der Wirtschaft übernehmen, dass die GriechenInnen Schuld sind an ihrer Situation.
Die griechischen Luxusrenten
Neben der Behauptung, dass die Griechen zuwenig arbeiten, soll vor allem die Behauptung, dass die Renten in Griechenland zu hoch sind, für Wut sorgen. Man könnte annehmen, dass die Griechen deutlich höhere Renten erhalten würden, als die Menschen in Deutschland, selbst das sollte eher dazu führen, dass die ArbeiterInnen hier mehr kämpfen um höhere Rente zu erhalten, aber auch diese Behauptung ist eine Lüge.
Die OECD, der keineswegs unterstellt werden kann, dass sie pro-griechisch oder sozialistisch sind, fand heraus, dass die griechische Durchschnittsrente nur 55 Prozent des Durchschnitts der in der Euro-Zone gezahlten Renten beträgt. Im Jahr 2007 lag sie bei 617 Euro. Zwei Drittel der griechischen Rentner müssen mit weniger als 600 Euro im Monat über die Runden kommen. In Deutschland müssen die Renten bei fast 1000 Euro liegen!
Im Mai 2011 sprach Angela Merkel über die Situation in Griecheland: “Es geht auch darum, dass man in Ländern wie Griechenland,
Spanien, Portugal nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland.” Tatsächlich lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter
von Männern in Deutschland 2010 bei 61,5 Jahren, in Griechenland bei 61,9 Jahren.
Bis Ende August wird an jedem Samstag ein Artikel über die antigriechische Hetze erscheinen!

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